23.X.2009
5 neue Schiedsrichter bei den RAIDERS
Am Freitag, dem 16.10.09 war es soweit. Schon morgens machten wir fünf Jugendspieler – Maya Yoken (wU19), Helen Dauben (wU19), Jan Dauber (mU18), Markus Zabelberg (mU18) und Robin Ashrafuzzaman (mU18) – uns auf den Weg nach Bad Honnef zum Sportinternat Schloss Hagerhof. Nach der zweistündigen Reise wurden wir am Internat willkommen geheißen und in Internatszimmern der Anlage untergebracht.
Doch Zeit zum Verschnaufen hatten wir nicht, denn sofort ging es los mit der Ausbildung. Nachdem sich unsere Ausbilder Marco Behm (Bundesligaschiedsrichter) und Jürgen Klein und die 21 Teilnehmer kurz vorgestellt hatten, fingen wir an mit den Theoriestunden. Diese fanden immer in einem Klassenzimmer des Internats statt und wurden durch eine Powerpointpräsentation des DBB unterstützt. Bei der Theorie lernten wir alles, was wir später bei den Spielen beachten müssen, von der Administration, über die Schiedsrichtertechnik und Regeln bis hin zum Verhalten bei Sonderfällen während eines Basketballspiels. Diese Theorieeinheiten fanden ein- bis zweimal am Tag statt und dauerten jeweils mehrere Stunden. Sie wurden auch dazu verwendet, einige Tests zu schreiben, die auf die Prüfung, die uns alle am Ende erwarten würde, vorzubereiten.
Bald hatten wir unsere ersten Theorieeinheiten absolviert und dann ging es an die Praxis. Die Praxiseinheiten fanden in einer der sehr gut ausgestatteten Hallen zwei- bis dreimal täglich statt, die dem Schloss Hagerhof zur Verfügung standen. Insbesondere während der Praxiseinheiten waren unsere Fortschritte sehr deutlich: Brachten wir am Anfang nicht einmal einen vernünftigen Pfiff zustande, so waren wir bald in der Lage, Fouls korrekt zu pfeifen, Sprungbälle auszuführen und uns auf dem Spielfeld richtig zu bewegen.
Das alles waren dennoch immer noch nur Trockenübungen. Bereits am ersten Tag pfiffen einige Teilnehmer ihr erstes Spiel. Dies war möglich, da während unserer Ausbildung auch ein mehrtägiges Basketballcamp stattfand und die Spieler und Coaches einverstanden waren, dass wir bei ihren Spielen als Schiedsrichter agierten. Diese möglichst spielnahen Übungen wurden auch weiterhin beibehalten, so dass wir schon während unserer Ausbildung ein wenig Erfahrung sammeln konnten.
Abends nach dem Unterricht durften wir eine der Hallen frei nutzen, was wir dann auch taten. Dort wurde dann immer 5 gegen 5 Basketball gespielt. Auch abseits dieses Angebots war das Freizeitangebot nicht zu verachten. Es gab einen Billardtisch, Tischtennisplatten und sogar einen Kinoraum. Das Essen am Schloss Hagerhof war immer gut und bestand aus drei Mahlzeiten täglich, zwei davon warm. Die Zimmer waren zwar nicht sehr groß und deren Matratzen ein wenig unbequem, aber sie waren gut beheizt und erfüllten ihren Zweck. Dank unseres vollen Zeitplans verbrachten wir sowieso nicht allzu viel Zeit dort.
Der Höhepunkt der Veranstaltung war mit Sicherheit der Besuch des Bundesligaspiels (ProB) von Rhöndorf gegen Braunschweig. Dort konnten wir sowohl Basketballer als auch Schiedsrichter auf hohem Niveau erleben. Wir, als angehende Schiris, schauten uns insbesondere an, wie die Schiedsrichter manche Situationen bewerteten und wie ihre Technik war, um uns noch das eine oder andere abzugucken.
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes wurde es dann ernst. Nach den letzten Theorie- und Praxiseinheiten ging es dann frisch geduscht zur Abschlussprüfung. Diese bestand nur aus einem theoretischen Teil. Obwohl alle Teilnehmer die Vortest bestanden hatten (manche allerdings knapp), war die Nervosität deutlich zu spüren. Bis zur letzten Minute vor dem Test wurden noch die Regeln des Handbuchs gepaukt. Dann ging es los und es hieß, 30 Fragen innerhalb von 15 Minuten zu beantworten. Nach einer kurzen Pause folgte dann die Auswertung, und das Ergebnis sorgte für Begeisterung: Alle Teilnehmer hatten bestanden. Die beste Lösung kam sogar aus den Reihen der RAIDERS: Helen meisterte die Aufgaben als Beste von allen Teilnehmern. Auf den erfolgreich absolvierten Test folgte eine kurze Nachbesprechung, bei der auch die Formalitäten für uns neue Schiedsrichter geklärt wurden. Dann machten wir uns auf den Weg nach Hause, so dass wir Montagabend in Mönchengladbach eintrafen.
Insgesamt war der Aufenthalt am Schloss Hagerhof angenehm. Auch wenn die Theoriestunden hin und wieder recht langweilig wurden, hatten wir doch viel Spaß an der ganzen Sache und haben viel gelernt. Die vertiefte Regelkenntnis wird uns auch als Basketballspieler, nicht nur als Schiedsrichter, helfen und nun dürfen wir Spiele pfeifen, was zwar mit Verantwortung verbunden ist, aber eine Menge Spaß machen kann und nebenbei sich für uns auch noch finanziell auszahlt. Daher war der Lehrgang am Schloss Hagerhof für uns alle ein voller Erfolg.

– RA

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